Sofa/Couch/Wohnzimmer aus Euro-Paletten (DIY)

Wie alles begann…

Ich bin Mieter in einer Wohnung in einem Fachwerkhaus in Markgröningen in der Nähe von Stuttgart und bin ich Fan von großen Sofas. Leider ist es im Treppenhaus und insbesondere im Eingangsbereich der Wohnung sehr eng und ich kam nach längerer Google-Recherche auf die Idee, mir ein Sofa aus Europaletten zu bauen. Der gesamte Bau hat mehrere Wochen gedauert, da ich immer nur stundenweise an dem Projekt gearbeitet habe.

Zum Glück hatte ich mehrere Helfer: Danke Ramona, Mathias, Oliver, Erhard (Papa), Tino, Tobias und Steffi!

In diesem Beitrag beschreibe ich grob den Aufbau und gehe auf ein paar Details ein.

Grobe Beschreibung und Tipps

Paletten

Das Wichtigste zuerst — die Paletten, genauer Europaletten bzw. Europoolpaletten. Für den Grundkörper der Couch bzw. des Sofas benötige ich 2 x 6 = 12 Paletten. Insgesamt habe ich bei Amazon 20 Paletten (Neuware) gekauft. Die Paletten wurden von einer Spedition angeliefert — mit Versand (100 Euro) haben mich die 20 Paletten insgesamt rund 420 Euro gekostet. Europaletten haben genormte Abmaße, auf Wikipedia findet man die Angabe 120 cm x 80 cm x 14,4 cm (Länge x Breite x Höhe). Dies ergibt eine Grundfläche von ca. 1 m² (genau 0,96 m²). Das Gewicht einer neuen Europalelette liegt bei ca. 20 kg — es ist daher ratsam stets zu zweit zu sein wenn man mit den Paletten hantiert.

Man kann die Paletten sicherlich auch günstiger bekommen – einfach mal bei einer Spedition oder Firma fragen.

Schleifen, Lasieren und Zusammenhalten der Paletten

Die Paletten sind mit einer weißen Lasur mit Pudding-Konsistenz von Obi gestrichen. Ein Eimer reicht für ca. 5 Paletten.

Die Paletten habe ich vor dem Lasieren auf der Ober- und Unterseite mit Schleifpapier der Rauheit 40er oder 80er grob abgeschliffen.  Zum Abschleifen der Paletten wird ein Schleifgerät benötigt. Typischerweise nimmt man hierfür einen Schwingschleifer (Exzenterschleifer oder Deltaschleifer) oder Bandschleifer (Beispiel). Man kann natürlich auch von Hand schleifen. Für diesen Fall gibt es spezielle Halterungen — sogenannte Handschleifer oder Schleifpapier-Halter (Beispiel).

Man darf hier den Zeitaufwand nicht unterschätzen. Das Schleifen hat pro Palette ca. 30 min gedauert (2 Blatt Schleifpapier pro Palette). Das Lasieren dauert ca. 2 Stunden pro Palette. Ich habe alle Flächen lasiert bis auf die, die nur von unten zu sehen sind (also 5 von 6 Seiten).

Damit die Paletten den Boden nicht verkratzen, habe ich großzügig Filzgleiter auf die Unterseite der Paletten geklebt (9 Zigarettenschachtel-große Flecke pro Palette).

Ich habe mich dagegen entschieden, die Paletten zu verschrauben. Das hängt zum Teil damit zusammen, dass ich alles in der Wohnung aufbauen musste und ich Werkzeug-technisch nicht so gut ausgestattet bin. Anstatt fürs Verschrauben habe ich mich fürs Verspannen entschieden: Mit zwei (orangenen) Spanngurten für je ca. 20 Euro halte ich die Paletten sicher zusammen.

Sitzauflage und Rückenlehne

Direkt auf den Paletten liegt ein dunkelgrauer Teppich – ich habe ihn bei Amazon für ca. 50 Euro gekauft. Der Teppich hat genau die Größe der Matratze (200 cm x 220 cm) und soll diese schützen. Die Oberfläche der Paletten ist rauh und würde die Hülle der Matratze beschädigen.

Auf dem Teppich liegt eine Kaltschaum-Matratze der Größe 200 cm x 220 cm mit einer Dicke von ca. 20-25 cm für ca. 350 Euro. Diese wurde gerollt angeliefert und sollte am Besten zu zweit getragen werden.

Weil auf dem Sofa gegessen und getrunken wird, kommt auf die Matratze noch eine wasserdichte Betteinlage für ca. 25 Euro. Die Betteinlage raschelt etwas wenn man sich bewegt. Aber das stört mich überhaupt nicht. Das Rascheln kommt vermutlich durch die wasserundurchlässige Kunststofffolie (PE-Folie) auf der Unterseite.

Die oberste Schicht bildet ein Spannbettlaken für ca. 55 Euro – ich bin überrascht, wie teuer so etwas ist. Zudem ist es gar nicht so einfach, ein Spannbettlaken für eine so große und hohe Matratze zu finden. Das Spannbettlaken, das ich gekauft habe, passt auch nicht optimal wie man auf den Fotos teilweise sehen kann.

Damit man auf dem Sofa sitzen kann, habe ich mich für eine Rückenlehne aus stabilen Obstkisten und Keilkissen entschieden. Die Obstkisten sind mit sogenannten Schlossschrauben mit den Paletten verschraubt.

Für die vier neuen Obstkisten habe ich ca. 60 Euro bezahlt. Man kann auch alte Obstkisten kaufen aber die sind meiner Erfahrung nach nicht stabil genug, um sich dagegen lehnen zu können und eignen sich eher als Dekoration. Die Obstkisten sind, wie die Paletten, weiß lasiert. Die Obstkisten sind von mir vor dem Lasieren nicht vorbehandelt worden.

Die Obstkisten sind mit sogenannten Schlossschrauben der Größe M6x40 mit den Paletten verschraubt. Man muss genau nachmessen, wie lange die Schrauben sein müssen, da es bei den Paletten verschieden dicke Bereiche gibt. Ich habe mich dafür entschieden, eine Obstkiste immer nur mit einer Palette zu verschrauben. Das erleichtert das erneute Verschrauben wenn man das Sofa man ab- und wieder aufbaut. Damit man ein günstiges Hebelverhältnis hat, schlage ich vor, die Verschraubung nahe des Kistenbodens durchzuführen.

Als Rückenlehne dienen sündhaft teure Keilkissen. Zusammen mit einem Kissenbezug zahlt man pro Set (Kissen + Bezug) ca. 65 Euro. Zusätzlich habe ich ein Seitenschläferkissen mit einem separaten Bezug (gibt es nur im Doppelpack) gekauft. Für das Seitenschläferkissen und den Bezug im Doppelpack zahlt man ca. 40 Euro.

Eindrücke bei Nacht

Hier noch ein paar Nacht-Fotos…die Beleuchtung ist mittels dem viel zu teuren aber „leider geilen“ Philips Hue realisiert.

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